Diffraktive Multifokallinse - optische Prinzipien diffraktiver Multifokallinsen.
Die derzeit besten funktionellen Ergebnisse für den Patienten werden mit diffraktiven Multifokallinsen erreicht.
Die Wirkungsweise einer diffraktiven Multifokallinse beruht auf dem Huygens-Fresnel-Prinzip.

Prinzip der diffraktiven Optik (Huygens-Fresnel-Prinzip)
Bereits die ersten Vertreter der Multifokallinsen Anfang der 90er Jahre waren diffraktive Linsen. Schon im Jahr 1993 wurde mit der damaligen Multifokallinse 811E der Firma Pharmacia aus PMMA eine diffraktive Multifokallinse entwickelt, mit der man bei guter Operationstechnik bereits hervorragende Ergebnisse erzielen konnte.
Die einzigen Nachteile waren der materialbedingte größere Schnitt für die Implantation der Linse von 6mm (heutezutage mit faltbaren Linsen Schnittbreite etwa 2,5 mm) und die höhere Nachstarrate.
Außerdem war damals natürlich noch kein Schutz der Netzhaut durch einen integrierten Blaufilter in der Multifokallinse möglich.
Weitere Vorteile von diffraktiven gegenüber refraktiven Multifokallinsen ist die höhere Unempfindlichkeit gegenüber leichten Dezentrierungen, die in den jeweiligen physikalischen Wirkprinzipien begründet sind.
Moderne Vertreter der diffraktiven Multifokallinsen sind zum Beispiel die ReSTOR Multifokallinse (Alcon), die Tecnis Multifokallinse (AMO) oder die torische Multifokallinse (Zeiss/Acritec).
Diffraktive Multifokallinsen ermöglichen ein Sehen in der Ferne und Nähe und sind zudem relativ unempfindlich gegen Dezentrierungen. Der Leseabstand ist von der Höhe der Kanten in der Linse abhängig.



